Inhalte des Religionsunterrichts

Aktuell:

Bericht vom Zeitzeugengespräch, organisert von der Fachschaft Religion:

 

»Die Menschen, die meine Familie waren, sind tot. Ich

will ihrer nicht gedenken mit Blumen oder Steinchen. Mir

widerstrebt der     Gedanke an Kerzen vor schwarz umrahmten Bildern. Ich erinnere mich an die Lebenden. Damit die

Erinnerung nicht vergeht, habe ich sie notiert. Es ist

niemand mehr da, der es könnte und wollte, also schrieb ich die Notizen. Sie

sind nicht Poesie, nur ein Bericht. Ich übergebe sie meinen Kindern und bitte, sie zu bewahren.

Man muss wissen, was war und wie es war.«

(Vera Friedländer 1980)PICT2812

 Die Shoa hat Entwürdigung, Demütigung, Hoffnungslosigkeit und Vernichtung auf grausamste Art über Millionen europäischer Juden gebracht. Lebensgeschichten enden häufig am gleichen Punkt: »Auf Transport gehen« war das Synonym für ein Todesurteil, dem keine Anklage vorausging.

Und dennoch haben sich in absurder Weise auch immer wieder Hoffnung und Menschlichkeit ihren schmalen Pfad gebahnt.

 Vera Friedländer (27/02/1928) hat ihr Wissen über diese Zeit aufgeschrieben und den Schülerinnen und Schülern der vier Klassen 10 am MSG auch aus ihrem Buch dazu zitiert. Über ihre große, jüdische Familie, in der sich alle zusammengehörig fühlten und füreinander da waren und in der dennoch jeder auf eigene Weise Pläne zum Überleben entwarf oder auch wieder verwarf, zeigte ihr Sohn einzigartige Fotos. Ein Plan führte einige Familienmitglieder auf der Flucht nach Lörrach – der Stadt an der Grenze zur Schweiz, die Hoffnung auf Rettung für viele hundert Juden aus ganz Deutschland zu sein schien, sich aber als eine Falle der NSDAP entpuppte. Nur drei Mitglieder aus Vera Friedländers Familie kehrten aus unterschiedlichen Lagern zurück. Einzelne überlebten durch Emigration oder nur durch die Tatsache, dass sie mit einem nichtjüdischen Ehepartner verheiratet waren.PICT2813

 Wir danken Frau Friedländer herzlich, dass sie alle offenen Fragen der Klassenstufe 10 als engagierte Zeitzeugin bereitwillig beantwortet hat.

 

 

 

 

 

 

Miteinander leben

Die Schülerinnen und Schüler werden vertraut mit Formen des gelebten christlichen Glaubens ihrer eigenen Konfession, sie begegnen in ökumenischer Offenheit der anderen Konfession und lernen andere Religionen kennen. Im sozialen Miteinander üben sie, ihre eigene Meinung zu vertreten, andere Standpunkte zu tolerieren und Konfliktsituationen gewaltfrei zu lösen.

Nach Gott und dem Sinn der Welt fragen

Die Jugendlichen nehmen die Welt als Schöpfung Gottes mit allen Sinnen wahr. Sie werden angeregt, innezuhalten, zu staunen und sich über die kleinen und großen Dinge des Lebens als Geschenk Gottes zu freuen. Sie äußern und erweitern im Gespräch ihre Vorstellungen von der Welt, stellen Fragen nach der Wirklichkeit Gottes und dem Sinn des Lebens.

Die biblische Botschaft kennenlernen

Die Jugendlichen begegnen Geschichten der Bibel als einer Grundlage des christlichen Glaubens. Die Erfahrungen der Menschen in der Bibel mit Gott beziehen sie auf ihre eigene Lebens- und Glaubenssituation. Auch menschliche Erfahrungen wie Angst, Scheitern, Schuld,Trauer und Tod sind Thema. Auf dem Hintergrund der Botschaft von Jesus Christus werden Wege angeboten, mit solchen Lebenskrisen umzugehen.

Miteinander feiern

Die Schülerinnen und Schüler können im Religions- unterricht einen Glauben einüben und reflektieren, der Freude undVertrauen weckt und erfüllende Lebensziele zeigt. Gottesdienste und Gebet, Feste und religiöses Brauchtum gehören dazu.

Auszug aus dem Flyer der evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümer in Baden-Württemberg: Vgl: Flyer_RU_Sekundarstufe