Gemeinschaftskunde

Informationen der Fachschaft Gemeinschaftskunde

Aktuell: Empörung über AfD-Meldeplattformen

AfD-Meldeportale

Die AfD richtet Meldeportale im Internet ein und fordert Kinder und Jugendliche auf, Lehrerinnen und Lehrer dort zu melden, wenn sie sich im Unterricht politisch nicht neutral äußern würden. Schulleitung und Kollegium teilen die Empörung über dieses Vorgehen. Wir freuen uns über die vielen kritischen Reaktionen, mit denen in der Öffentlichkeit auf die Aufforderung zur Denunziation reagiert wird.

Unsere Schülerinnen und Schüler sind gut in der Lage, die Meldeportale, die AfD-Mitglieder einrichten, richtig einzuordnen. Sie lernen im Geschichtsunterricht, dass Denunziation zu den Werkzeugen der Nazis gehörte und erfahren, dass sie ein Instrument der Stasi in der DDR war. Teil der politischen Bildung in unserem Unterricht ist die offene und angstfreie Diskussion. Am MSG wird sie, orientiert am Beutelsbacher Konsens, geführt. Mit der von AfD-Mitgliedern betriebenen Plattform hingegen wird politischer Druck aufgebaut, den wir ablehnen. Es handelt es sich um eine „ekelhafte Gesinnungsschnüffelei“ (Sachsens Kultusminister Christian Piwarz, zitiert in der Zeit Nr. 45, 31.10.2018). Im Schulprofil des MSG heißt es: Wir legen „besonderen Wert auf die Erziehung zu Respekt, Fairness und Toleranz als den elementaren Voraussetzungen für ein solidarisches Zusammenleben…“. Meldeplattformen mit ihrer Aufforderung zu Bespitzelung und Denunziation stehen der Pädagogik entgegen, die die Pädagogen am MSG wollen.

Gemeinschaftskunde am MSG

Der Gemeinschaftskundeunterricht am Martin-Schongauer-Gymnasium wird von Klasse 8 bis zum Abitur nach den Bildungsplänen 2004 bzw. 2016 unterrichtet. Schülerinnen und Schüler, die den bilingualen Zug Französisch belegt haben, erhalten in den Klassen 8, 10 und in der Kursstufe Gemeinschaftskundeunterricht auf Französisch.

Exkursionen, Podiumsdiskissionen und mehr

Als Ergänzung zum Unterricht laden wir Politikerinnen und Politiker in den Unterricht oder zu Podiumsdiskussionen ein. Hier eine Auswahl von Presseberichten:

Die Jugend ist nicht unpolitisch.

Interessante Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl

Europa braucht einheitliche Konzepte und Systeme

Freundschaft der Nationen bewahren und stärken

Schülern den Wert von Europa zeigen

Fahrten in das  Gericht, um eine Gerichtsverhandlung zu verfolgen ergänzen den Unterricht ebenso wie Exkursionen nach Straßburg zum Europaparlament gehören zu den Angeboten des Gemeinschaftskundeunterrichts.

Der Beutelsbacher Konsens

Der Beutelsbacher Konsens verpflichtet Lehrkräfte gegen Indoktrination, aber nicht zur Wertneutralität

Der Beutelsbacher Konsens, der im Jahr 1976 auf Initiative der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg erarbeitet wurde, ist Standard für den politisch-historischen Unterricht am MSG.

Seine Grundbestandteile sind:

I. Überwältigungsverbot.  

Es ist nicht erlaubt, den Schüler – mit welchen Mitteln auch immer – im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der „Gewinnung eines selbständigen Urteils“ zu hindern. Hier genau verläuft nämlich die Grenze zwischen Politischer Bildung und Indoktrination. Indoktrination aber ist unvereinbar mit der Rolle des Lehrers in einer demokratischen Gesellschaft und der – rundum akzeptierten – Zielvorstellung von der Mündigkeit des Schülers.

2. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen.

Diese Forderung ist mit der vorgenannten aufs engste verknüpft, denn wenn unterschiedliche Standpunkte unter den Tisch fallen, Optionen unterschlagen werden, Alternativen unerörtert bleiben, ist der Weg zur Indoktrination beschritten. Zu fragen ist, ob der Lehrer nicht sogar eine Korrekturfunktion haben sollte, d. h. ob er nicht solche Standpunkte und Alternativen besonders herausarbeiten muss, die den Schülern (und anderen Teilnehmern politischer Bildungsveranstaltungen) von ihrer jeweiligen politischen und sozialen Herkunft her fremd sind.
Bei der Konstatierung dieses zweiten Grundprinzips wird deutlich, warum der persönliche Standpunkt des Lehrers, seine wissenschaftstheoretische Herkunft und seine politische Meinung verhältnismäßig uninteressant werden. Um ein bereits genanntes Beispiel erneut aufzugreifen: Sein Demokratieverständnis stellt kein Problem dar, denn auch dem entgegenstehende andere Ansichten kommen ja zum Zuge.

3. Der Schüler muss in die Lage versetzt werden, eine politische Situation und seine eigene Interessenlage zu analysieren,

sowie nach Mitteln und Wegen zu suchen, die vorgefundene politische Lage im Sinne seiner Interessen zu beeinflussen. Eine solche Zielsetzung schließt in sehr starkem Maße die Betonung operationaler Fähigkeiten ein, was eine logische Konsequenz aus den beiden vorgenannten Prinzipien ist. Der in diesem Zusammenhang gelegentlich – etwa gegen Herman Giesecke und Rolf Schmiederer – erhobene Vorwurf einer „Rückkehr zur Formalität“, um die eigenen Inhalte nicht korrigieren zu müssen, trifft insofern nicht, als es hier nicht um die Suche nach einem Maximal-, sondern nach einem Minimalkonsens geht.

Quelle: https://www.lpb-bw.de/beutelsbacher-konsens.html

 

 

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