Bildende Kunst

Informationen der Fachschaft Bildende Kunst

 

Aktuelles Kunstprojekt: Erinnerung sichtbar machen – 80 Jahre Reichspogromnacht

Warum nicht das künstlerische Potential eines gesamten Kunstkurses nutzen, um es in den Dienst einer Organisation zu stellen, der es etwas bringt? Dies fragten sich die Mitglieder des Kunstkurses des Martin-Schongauer-Gymnasiums und Kunstlehrerin Anna Stiefvater-Fecarotta. Also tauchten sie ins reichhaltige Fotoarchiv des Blauen Hauses in Breisach ein, um einen berührenden künstlerischen Beitrag zum Erinnerungsprojekt „80 Jahre Reichspogromnacht“ zu leisten.

Zeichenkunst und Dokumentation
Die Schülerinnen und Schüler hatten sich in ihrem Kunstunterricht über einen längeren Zeitraum mit dem Thema Porträt auseinandergesetzt und ihre zeichnerischen Fähigkeiten trainiert. So konnten sie der Aufgabe gelassen entgegenblicken: Nach einer informativen Phase des Aufnehmens, Wahrnehmens und Sondierens schritt der Kurs an einem Nachmittag zur zeichnerischen Aktion. Die Schüler hatten sich in die verschiedenen Einzelschicksale einiger ehemaliger jüdischer Anwohner vertieft und nutzten nun das vom Blauen Haus zur Verfügung gestellte Fotomaterial, um sich zeichnerisch jeweils auf eine Person zu konzentrieren. Dabei ging es weniger um die eigene künstlerische Freiheit, sondern um die möglichst genaue Übertragung des Fotos auf das Papier, denn es war klar, dass das Projekt später einen dokumentarischen Charakter bekommen sollte.

Intensiver Prozess
Das Können der Zeichnenden trat bereits am Nachmittag im großen Gemeinschaftsraum des Blauen Hauses eindrucksvoll zutage. Dort hoben sich nach und nach die Gesichter und Körper mancher längst vergessener Anwohner der damaligen Judengasse auf dem weißen Papier ab. Die Figuren wurden von den Gedanken der Schülerinnen und Schüler beseelt, die sich in so einem intensiven Prozess ganz direkt mit dem Schicksal der Personen auseinandersetzten.

Im Juli begab sich der Kunstkurs nochmals in die Rheintorstraße und ins Blaue Haus, um sich mit den Zeichnungen vor den Häusern ihrer Anwohner fotografieren zu lassen, fast so, als seien sie wieder mitten unter uns. So entstand eine Reihe von Porträts, nicht nur der ehemaligen jüdischen Anwohner, sondern auch der Schülerinnen und Schüler, die diese Fotoreihe im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Erinnerung sichtbar machen – 80 Jahre Reichspogromnacht“ als Wettbewerbsbeitrag einreichten.

Die zu den Einzelschicksalen im Geschichtskurs von Anna Keck verfassten biografischen Texte wurden dann als Audiodateien gemeinsam mit den Bildern in die „Future History App“ hochgeladen, so dass sie jetzt interessierten Besuchern über den PC zu Hause oder über die App auf dem Smartphone zugänglich sind. So kann jetzt jeder Interessierte etwas über die ehemaligen meist deportierten und umgekommenen oder in Einzelfällen auch nach dem Krieg zurückgekehrten jüdischen Breisacher erfahren.

Mutige Patenschaft
Stiefvater-Fecarotta ist stolz auf ihre jungen Künstler. „Durch die ’Future History App’ ist es möglich geworden, die eigene Selbstwirksamkeit direkt zu erleben. Das, was wir gezeichnet haben, vergilbt nicht hinter alten Bilderrahmen, sondern wird multimedial vermittelt und genutzt. Die Schüler halten durch ihre Arbeit ein Bruchstück Breisacher Geschichte am Leben und zeigen mutig ihre Patenschaft, indem sie selbst Teil des Werkes wurden“, sagt sie. Dass das Projekt bewegt, beweisen schon die ersten Rückmeldungen, die zum Beispiel aus den USA eingegangen sind.

Rückmeldungen aus den USA
So hat sich die Tochter einer gezeichneten Person, Elaine Wolff, gemeldet mit den Worten: „Unter anderem fanden sich Zeichnungen der Bilder von (meiner Mutter) Paula und ihrer Schwester Erna Wurmser als Schulmädchen, die ich schätze. Ich bin so erfreut zu sehen, wie sie von Breisacher Gymnasiastinnen und Gymnasiasten gezeichnet wurden. Das ist so toll und wunderbar! Das ist lebendige Geschichte.“

Die Verantwortlichen des Blauen Hauses gewährten bereitwillig freien Zugang zum Fotoarchiv und zu den Biografien. Der Runde Tisch für Mitmenschlichkeit in Breisach unterstützte das Gymnasium mit einer Spende bei der Finanzierung der Fotoausstellung. Diese ist ab Anfang November im Martin-Schongauer Gymnasium zu sehen und ab dem neuen Jahr im Blauen Haus.

Zu finden sind die Beiträge unter www. future-history-app.de

Informationen über den Wettbewerb

Bericht in der Badischen Zeitung

Schülerinnen und Schüler stellen aus auf der REMP'ART 2018

      

 

 

 

 

 

Warum brauchen wir Kunst ?

Ventilfach Kunst

„Kunst ist verdammt wichtig“… nicht nur weil zu einer ganzheitlichen Entwicklung von Kindern auch ein Bewusstsein für Architektur, Plastik und Malerei und die kunstgeschichtlichen Zusammenhänge unserer Kultur gehört, sondern man sollte sich auch vergegenwärtigen, dass heutzutage fast alle Dinge, mit denen wir täglich zu tun haben, formalästhetisch von Menschen gestaltet worden sind, und es ohne die Bildende Kunst mit all ihren Facetten in unserer Zivilisation sehr öde aussehen würde.

Für den Schulalltag ist aber noch entscheidender, dass Kunst den Schülerinnen und Schülern einfach gut tut! Kaum ein Fach bietet einen so großen Raum für Kreativität. In kaum einem Schulfach dürfen die Schüler so viel praktisch arbeiten und ihre eigenen Vorstellungen verwirklichen. Kein anderes Fach kann über einen so langen Zeitraum eine so entspannte Unterrichtsatmosphäre bieten, bei der man sich bewegen darf und die Unterhaltung mit dem Nachbarn durchaus erwünscht ist.

Wie in vielen Studien belegt, sind es gerade die sog. „Ventilfächer“ (Kunst, Musik, Sport, Theater…), die für die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler besonders wichtig sind. Es sind jene Fächer, die im bestehenden Fächerkanon leider immer noch viel zu wenig Ansehen und Gewichtung erfahren und so immer mehr an den Rand gedrängt werden und auch im Bewusstsein vieler Schüler und Eltern keine Rolle spielen.

Umso wichtiger ist es, das angeborene Interesse am Gestalten zu erhalten, den Spaß am künstlerischen Arbeiten zu wecken und immer wieder darauf hinzuweisen, dass Begabung selbstverständlich hilft (wie in jedem anderen Fach übrigens auch), aber mit Fleiß, Ausdauer und Konzentration jeder im Fach Kunst erfolgreich sein kann.

Inhalte des Kunstunterrichts

Kunstcurriculum des MSG

Die SchülerInnen des Martin-Schongauer-Gymnasiums erhalten leider nicht in jedem Halbjahr Kunstunterricht.

Der Kunstunterricht findet aber stets in Doppelstunden statt:

  • Klasse 5: zweistündig (zwei Wochenstunden das ganze SJ)
  • Klasse 6: NEU! zweistündig (zwei Wochenstunden das ganze SJ)
  • Klasse 7: zweistündig (zwei Wochenstunden das ganze SJ)
  • Klasse 8: einstündig (zwei Wochenstunden halbjährlich)
  • Klasse 9: zweistündig (zwei Wochenstunden das ganze SJ)
  • Klasse 10: einstündig (zwei Wochenstunden halbjährlich)
  • Kursstufe 1 und 2: zweistündig als Grundkurs, bzw. vierstündig als Neigungsfach

Die Inhalte des Kunstunterrichts beziehen sich jeweils auf zwei Klassenstufen:                                                                                                                                                                                       (5/6;7/8; 9/10; K1/K2)

5. und 6. Klasse 

Im Kunstunterricht am MSG wird in Klasse 5 viel Wert darauf gelegt, den eigenen, von den Kindern mitgebrachten fantastischen Bildwelten zum Ausdruck zu verhelfen, bevor in der 6. Klasse das starke Interesse an der Realität und an realistischen Ausdrucksformen Einzug hält. Gleich mit der 5. Klasse beginnt die Auseinandersetzung mit vier gleichberechtigt nebeneinander stehenden Arbeitsbereichen:

  1. Malerei/Grafik
  2. Plastik
  3. Architektur
  4. Aktion/ Zeit und Medien

Zu jedem dieser Arbeitsbereiche werden Beispiele aus der Kunstgeschichte gezeigt und so bereits ein erster Zugang zur Kunst anderer Jahrhunderte gelegt und das Interesse daran spielerisch geweckt.

 

MALEREI/GRAFIK

Im Themenbereich Malerei steht die Farbe im Mittelpunkt. Gemeinsam wird an Begriffe aus der Grundschule angeknüpft und es werden Übungen zu Farbbeziehungen, Farbkontrasten sowie zum Farbauftrag vorgenommen. Im Bereich der Grafik gestalten SchülerInnen mit Tusche und Feder oder mit Bleistift eigene Bildräume. Die Gestalten und Wesen, die in diesen Zeichnungen auftauchen, zeigen nicht nur interessante Formen, sondern auch abwechslungsreiche individuelle Oberflächen durch Muster und Schraffuren. Die Schüler/Innen können mit dem erworbenen Farbwissen sowie mit einfachen Prinzipien der Flächenaufteilung einfache aber ausdrucksstarke Bildräume erzeugen.
PLASTIK

Plastische Grunderfahrung können die Schüler u.a. mit dem Material Ton machen. Wie im Bereich der Grafik zählen nicht nur interessante Formen und fantastische Erfindungen, sondern auch sauber ausgeführte, abwechslungsreiche Oberflächen. Hinzu kommen die Statik und Überlegungen, die getroffen werden müssen, wenn das Werkstück aus Ton in unserem Brennofen gebrannt werden soll.
ARCHITEKTUR

Einen ersten Zugang zur Architektur innerhalb des Kunstunterrichts können SchülerInnen beim Besuch des Breisacher Münsters erhalten. Bauweise und Proportionsprinzipien mittelalterlicher Kirchen können selbst-entdeckend erforscht und Elemente daraus später in eigenen praktischen Arbeiten nachgebildet werden.

 

MEDIENBILDUNG

Im neuen Bereich „Medienbildung“, der mit dem Schuljahr 2016/17 in Klasse 5 begonnen hat, werden Schülern innerhalb des Kunstunterrichts erste Schritte zur Text-                                               und Bildverarbeitung nahegebracht. Es geht beispielsweise um die Bildersuche im Internet, um das Abspeichern von Bildern und erste Regeln für das Zusammenstellen von Bild und Text auf einer Seite.

In Klasse 6 werden die Schüler mit der Technik des Hochdrucks in Form eines Linolschnitts und -drucks vertraut gemacht. Sie erstellen einen eigenen Linol-Druckstock und fertigen mehrere Drucke an.

 

AKTION/ZEIT UND MEDIEN

Begleitend zur einer Lektüre in anderen Fächern oder einer Aufführung z.B. im Fach Deutsch können Inszenierungen mitgestaltet werden z.B. in Form eines Bühnenbildes, Schattenspiels oder einfachen Animationsfilms.

Klasse 7 und 8

Der Kunstunterricht in Klasse 7 ist reich an Kunstgeschichts-Themen und praktischen Aufgaben!

Eine erste, etwas tiefere Auseinandersetzung erfolgt mit den Themen der Kunstgeschichte. SchülerInnen sollen eine Vorstellung davon bekommen, welche Bereiche und Zeiten die klassische Kunstgeschichte umfasst. Zu Beginn wird ein Überblick über die verschiedenen Kulturen und Zeiten dargeboten, dann werden Kunst-Referats-Themen abgesprochen und eine Einführung in die Bilder-Recherche und den Umgang mit Kunst-Vorträgen gegeben. Die Erarbeitung und Ausarbeitung der Präsentationen erfolgt in der Regel selbstständig zuhause.

Verstärkt wenden sich die Schüler verschiedenen Möglichkeiten zu, die Illusion eines Raumes auf einer Fläche entstehen zu lassen. Das gelingt vorerst mithilfe der Parallelperspektive und dann auch mittels der Zentral-Perspektive.

Sehr handwerklich kann es in Klasse 7 beim Konstruieren eines Gebäudes z.B. aus Holzstäben zugehen. So werden Prinzipien der Statik, des Tragens und Lastens selbstständig ausgelotet und erprobt.

Das Phänomen „Bewegung“ kann sehr vielschichtig im Kunstunterricht behandelt und praktisch nachvollzogen werden, z.B. ganz klassisch anhand der menschlichen Figur in Bewegung oder aber ganz direkt an einer kinetischen Konstruktion. Weiterhin kann das Thema der virtuellen Bewegung eine Rolle spielen, das z.B. beim Einsatz einer Videoschnittsoftware zur Erzeugung einfacher Animationsfilme erfahrbar wird.

Ein weiteres Themenfeld bietet das Medium der Schrift in ihrer Wechselwirkung mit dem Bild. Oft sind die Möglichkeiten der Schrift als Gestaltungsmittel jedem Schüler durch die Werbung bereits unbewusst vertraut. Im Kunstunterricht wird nun auch bewusst darauf geschaut, wie sich Schrift und Bild gegenseitig konkret beeinflussen und bedingen.

Klasse 9 und 10

Auch in Klasse 9 werden, wie in Klasse 7, Kunstgeschichtsreferate gehalten, diesmal aber mit anderen Schwerpunkten. Waren in Klasse 7 der Überblick über verschiedene Kulturen und Jahrhunderte wichtig, so rückt nun Europa und die Kunst der „Moderne“ in den Vordergrund mit ihren vielen Stilen und Richtungen. Allein die eingehende Betrachtung der verschiedenen „…ismen“ im 20. Jahrhundert und ihrer kulturellen Bedingungen macht aus Schülern mündige Museumsbesucher! Schließlich werden auch in dieser Klassenstufe bereits die Grundlagen und methodischen Anforderungen für die Kunstbetrachtung in der Oberstufe gelegt.

Zeichnerisch kommt es in der 9. und 10. Klasse nochmals zur Behandlung der Raumillusion, diesmal mithilfe der Zwei-Fluchtpunkt-Perspektive.

Verschiedene Zufalssprinzipien werden im offenen Prozess getestet, Gegenstände und Materialien werden verfremdet und in neue Beziehungen zueianander gesetzt.

Im Bereich der Fotografie können Gestaltungsmöglichkeiten besprochen und die Einführung in ein Bildbearbeitungsprogramm vorgenommen werden.

Kurze Einblicke in die Designgeschichtete Europas zeigen den Einfluss künstlerischer Gesichtspunkte im Alltagsbereich. Im Unterricht erhalten die SchülerInnen die Möglichkeit, den langen Weg von der einfachen Entwurfsskizze bis hin zur Ausführung des Objektes selbst zu gehen. Dabei spielt die Auseinandersetzung mit praktischen, ästhetischen, symbolischen und ökologischen Aspekten eine wichtige Rolle.

Im Bereich der Architektur erhalten Schüler Einblicke in unterschiedliche Konstruktionsweisen. Auch hier können sie selbstständig eigene architektonische Ideen im Modell bewusst in Abhängigkeit von Umgebung und Kultur entwickeln.

Kunst in der Kursstufe (K1 und K2)

In der Kursstufe kann man Kunst entweder als zweistündiges oder als vierstündiges Fach wählen.

Im zweistündigen Kunstunterricht können die Schwerpunktthemen (siehe „Schwerpunktthemen“ weiter unten) behandelt werden. Der Kunstlehrer kann aber auch andere Themen behandeln. Pro Halbjahr wird eine Klausur geschrieben, die sich auf diese Schwerpunkt-Themen oder die anderen behandelten Themen beziehen kann. Für die Abiturprüfung gibt es die Möglichkeit, Kunst als fünftes Prüfungsfach zu wählen und hier eine sogenannte „Präsentations-Prüfung“ abzulegen. Hierzu bereitet der Schüler selbstständig eines von vier eingereichten und mit dem Kunstlehrer besprochenen Themen für eine 10-minütige Präsentation vor. Im sich daran anschließenden 10-minütigen  Kolloquium stellt der Kunstlehrer Fragen zu den in der Kursstufe behandelten Themen.


Kunst als Neigungsfach im Abitur

Wer sich für das Kunstprofil entscheidet, hat im Lauf seiner Schulzeit mit Sicherheit positive Erfahrungen im Kunstunterricht gesammelt. Er/sie hat Freude am künstlerischen Gestalten gehabt und vielleicht auch den etwas freieren Unterrichtsstil genossen, in dem man neben seiner praktischen Arbeit auch mit seinem Nachbarn reden oder auch mal im Raum herumlaufen kann.

Ihn/sie hat aber auch die Beschäftigung mit Kunstwerken aus längst vergangenen Jahrhunderten interessiert und er/sie hat Gefallen daran gefunden, die Formen nachzuvollziehen und Hintergründe zu erfahren, die derart verschiedene Kunstwerke hervorbracht haben.

Wer diese Voraussetzungen mitbringt, hat sich sicherlich für das Richtige entschieden, wenn sie oder er Kunst als Profilfach wählt!

Inhalte:

Im Neigungsfach werden vor allem die sogenannten „Schwerpunktthemen“ behandelt. Das sind Themen aus den drei verschiedenen Bereichen: Plastik, Malerei und Architektur. In jedem dieser Themen stehen Künstler im Mittelpunkt, an deren Kunstwerken sich beispielhaft typische Merkmale der jeweiligen Kunstepoche oder Kultur ablesen lassen.

Schwerpunktthemen für das Abitur 2017:

 

1. PLASTIK

 

Thema: FIGUR UND ABSTRAKTION

Rodin (Torso als Prinzip)

Giacometti (Nachkriegswerk)

Gormley (Figurative Werke)

 

2. MALEREI UND FOTOGRAFIE

 

Thema: SELBSTDARSTELLUNG UND VERWANDLUNG

Rembrandt van Rijn und Cindy Sherman

 

3. ARCHITEKTUR

 

Thema: MATERIAL, FORM, RAUM

Peter Zumthor

 

Arbeitsweise:

Die Wahl für Kunst als Neigungskurs bedeutet vier Stunden pro Woche Kunstunterricht zu haben und zwei Kunst-Klausuren pro Halbjahr zu schreiben. Diese Klausuren können auch einen praktischen Schwerpunkt haben (z.B. Malen, plastisch Arbeiten oder Gebäudemodelle Bauen), zumal der Unterricht sowohl auf die theoretische Klausur wie auch den fachpraktischen Teil der Abiturprüfung vorbereitet.

Die theoretischen Grundlagen werden gemeinsam im Unterricht und in selbstständiger Auseinandersetzung mit Texten und Aufträgen allein zuhause erarbeitet. Die Techniken werden im Unterricht vermittelt und anhand von praktischen Aufgaben angewendet. Sehr wünschenswert ist die über den Kunstunterricht hinausgehende künstlerische Beschäftigung und das Einbringen von eigenen, auch eigenwilligen künstlerischen Ideen und Standpunkten.

Es werden eintägige Exkursionen zu abiturrelevanten Ausstellungen unternommen.

Grundlage für ein erfolgreiches Abschneiden bei der Abiturprüfung sind, neben einer natürlichen Neigung zu diesem Fach und Freude am handwerklichen Arbeiten im Unterricht, selbstverständlich auch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit theoretischen Grundlagen, das genaue und gründliche Beobachten und das Abfassen von Texten.

 

Stellenwert:

Erfahrungsgemäß gefällt Schülern der Neigungskurs Kunst sehr, weil er es ihnen ermöglicht, in den praktischen Arbeitsphasen sehr eigenständig und auch langfristig planend arbeiten zu können. Gerade in der Phase des Abiturs, in der ständig höchste Kopfarbeit geleistet werden muss, lässt der Kunstunterricht noch etwas mehr Zeit und Ruhe, um auch im praktischen Handeln eigene Stärken zu entdecken. Der Kunstunterricht fördert die Entwicklung eigener Denkwege und Strategien, was letztendlich kreatives Handeln und Denken hervorbringt. Kreativität muss – entgegen landläufiger Meinungen – nicht bedeuten, dass man sehr gut realistisch zeichnen kann oder ein gutes „Farbgespür“ hat (natürlich ist es nicht hinderlich, wenn man gut zeichnen oder malen kann).
Die Anregungen kreativ zu handeln, die man im Kunstunterricht erhält, können die Entwicklung des ganzen Menschen sehr positiv beeinflussen. Daher kann man sich durchaus auch – oder gerade dann für dieses Fach im Abitur entscheiden, wenn man kein Kunststudium plant, sondern vielleicht BWL, Jura, Medizin oder eine Sprache studieren möchte…

GFS-Richtlinien für das Fach Kunst

(Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen)

…auch im Fach Bildende Kunst ist das möglich!

Da eine GFS der Wertigkeit einer Klassenarbeit entspricht, sollte darüber nachgedacht werden, welchen Stellenwert eine GFS in Kunst erhalten soll, da in der Unter- und Mittelstufe keine Klassenarbeiten bzw. Klausuren geschrieben werden. Nach dem momentanen Stand setzen wir eine GFS in Kunst mit einer praktischen Arbeit gleich.

Vorausetzungen:

Das Thema kann mit den geplanten Unterrichtseinheiten in Verbindung stehen, es sind aber nach Absprache mit der betreuenden Lehrkraft auch andere Themenbereiche möglich.

Mögliche Themen wären z.B. die Vorstellung eines Künstlers, Werkes oder einer Epoche. Die Schülerinnen und Schüler sind ab der Klasse 9 dazu verpflichtet, sich zu ihrer GFS eine Leitfrage zu überlegen, an der sich der Vortrag orientiert!

Um das eigenständige Arbeiten außerhalb des Unterrichts zu würdigen und in die Gesamtnote mit einzubeziehen, sind im Fach Kunst auch fachpraktische GFS möglich. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine reine praktische Arbeit, sondern diese muss ebenfalls mit einer theoretischen und kunsthistorischen Einbettung präsentiert werden. Die Gewichtung mündlich/praktisch wird mit 30/70% vorgeschlagen.


GFS in der Kursstufe:

Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen sind im Neigungs-Kurs höchst willkommen! Hier sei nochmal ausdrücklich daraufhin gewiesen, dass eine GFS auch eine fachpraktische Arbeit sein kann. Sie wird vom jeweiligen Kunstlehrer betreut. Dieser gibt auch Literaturempfehlungen oder erklärt bestimmte Techniken und Herangehensweisen für einen praktischen Teil. Die Themenfindung erfolgt nicht über den Kunstlehrer sondern liegt beim Schüler! Dieser sollte sich ausgehend von den Schwerpunktthemen eine Forschungsfrage entwickeln, deren Beantwortung zeigt, dass er sich eigenständig mit dem Thema beschäftigt hat. Eine GFS kann auch eine Ausstellungsführung oder die Mitgestaltung einer Exkursion sein!

Formales:

7 und 8

9 und 10

Kursstufe

Etwaiger zeitlicher

Umfang für die Vorbereitung

4-6 Stunden

5-9 Stunden

10-12 Stunden

Etwaiger

Umfang

(Seiten)

3-5 Seiten Schrift

(Arial 12 Punkt)

+ Anhang (Bilder)

6-8 Seiten Schrift

(Arial 12 Punkt)

+ Anhang (Bilder)

 

Wenn rein theoretisch:

9-14 Seiten Schrift

(Arial 12 Punkt)

+Anhang (Bilder)

Wenn fachpraktisch:

6-8 Seiten

(Arial 12 Punkt)

Praktsiche Arbeit

oder Führung, etc…

Zeitlicher Umfang der gehaltenen Präsentation

(Vortrag)

 

5-10 Minuten

10-20 Minuten

Eine Fachstunde

mit anschließendem Gespräch im Kurs

Handout erwünscht

 ja>> auf DINA 5!

ja>> auf einer

DIN A4 Seite

ja>> auf einer

DIN A4 Seite

 

Bewertungskriterien:

a) schriftliche Ausarbeitung der GFS und Handout für die Mitschüler

b) Inhalt

c) Präsentation

Ausnahme bei fachpraktischer GFS:

a)+b)+c) = 30% und Praxis = 70%

 

 

 

 

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